Die Einsiedelei von Camaldoli

Camaldoli ist mit dem Auto von Arezzo oder von Bagno di Romagna (ca. 30 km entfernt) aus erreichbar wenn man der Staatsstraße SS71 des Mandrioli-Passes folgt. Eine Abzweigung in der Nähe von Serravalle führ dann in die obengenannte Ortschaft, die nur aus wenigen Häusern und der großen Abtei besteht.

Der Orden der Camaldolesi wurde vom Heiligen Romuald gegründet. Er hat das ganze Gebiet durchquert, Gebäude gestiftet und in vielen wurde er beherbergt. Besonders war er aber einem kleinen Flecken Erde auf einen der höchsten Hänge des casentinischen Apennins verbunden, der ihm vom Graf Maldolo von Arezzo im Jahre 1012 geschenkt wurde.

Hier hat der Heilige Romuald ein kleines Oratorium mit nur fünf Zellen errichtet. Reich an Spiritualität und Geschichte war es praktisch der erste Kern der Einsiedelei von Camaldoli, die noch heute von den camaldolesischen Mönchen bewacht wird.

Der Name der Kongregation und der Einsiedelei kommt wahrscheinlich von Cà Maldolo, das sich auf den Stifter bezieht, der dem Heiligen das Stück Erde geschenkt hat. Bevor er im 1027 gestorben ist hat Romuald in der Ortschaft „Fonte Buono“, in einer weniger abgelegenen und leichter erreichbaren Position, ein kleines Gästehaus errichtet, das die Pilger beherbergen sollte.

In diesem Sinn wurden der Grundstein für die Errichtung des heutigen zweistöckige Klosters im 16. Jahrhundert gelegt, das mehr als hundert Mönche beherbergen kann.

Auch die Einsiedelei hat Veränderungen und Verbesserungen in den Jahrhunderten erfahren bis zum ihrem heutigen Aussehen: Sie besteht jetzt aus zwanzig Zellen und der Barockkirche San Salvatore.

Die Mönche verpflichteten sich in vortrefflicher Weise für die Pflege des Waldes. Sie haben den Mischwald aus Buchen und Tannen mit einer reinen Plantage aus Weißtannen ersetzt. Der genaue Grund dieser Erneuerung ist noch nicht klar: gemäß einiger Historiker waren es wirtschaftliche Gründe, weil die Weißtanne eine sehr wertvolle Essenz produziert. Für andere hingegen löste die Struktur dieser Tannen bei den Mönchen ein grösseres mystisches Empfinden aus. Jedenfalls mussten sich die Mönche an die rigorosen forstwirtschaftlichen Regeln halten, die eine limitierte Abholzung und eine fortlaufende Aufforstung mit Weißtannen vorsah.

Auf diese Weise entstand der forstwirtschaftliche Kern der heute das Herz des Nationalpark Foreste Casentinesi repräsentiert.

In der Nähe von Camaldoli, und auch zu Fuß erreichbar, kann man eine monumentale Libanon-Zeder bestaunen, die 24 Meter hoch ist und einen Durchmesser von mehr als eineinhalb Meter hat und die Miraglia-Kastanie mit einem Umfang von mehr als 10,63 Meter.