Stia

Stia im Casentino – die Burg von Porciano

Das Dorf ist von zwei wichtigen casentinischen Burgen überragt: die Burg von Romena und die Burg von Porciano. Diese letztere gehört zu der gleichnamigen und charakteristischen Ortschaft die sich am Hang des Berges, der sich gleich hinter Stia erhebt, befindet. Dieser Berg grenzt den Casentino von der Region Mugello ab. Der Ursprung dieser Burg, die von den Grafen Conti erbaut wurde, geht auf das 11. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1350 kam sie unter die Vormundschaft und den Schutz der Republik von Florenz, die hundert Jahre später Besitzer der Burg wurden. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts ging die Anlage dem progressiven Verfall entgegen.

Nach einer langen Restaurierung in den Sechziger und Siebziger Jahren, die von Flaminia Goretti de Flamini und ihrem Ehemann George Specht, den Eltern der heutigen Besitzer gefordert wurde, zeigt sich heute die Burg von Porciano in ihrer ursprünglichen Schönheit. Von seinem Turm, dem höchsten des Casentino, aus kann man den Flusslauf des Arno von Stia nach Bibbiena überblicken. Im Inneren der Burg befindet sich ein interessantes Museum (für Informationen und Besuche: 329.0209258).

Wenige Kilometer von Porciana, in Richtung Londa-Mugello entfernt befindet sich die Wallfahrtskirche Santa Maria delle Grazie die im 14. Jahrhundert erbaut wurde um an die Erscheinung der Madonna an Monna Giovanna, einer Bäuerin der Zone zu erinnern. In der Kirche sind eine Freskomalerei und ein Tafelbild aus dem 15. Jahrhundert und verschiedene Terrakotta der Della Robbia Familie aufbewahrt (siehe auch Della Robbia im Casentino).

Nach Stia zurückkehrend muss zunächst daran erinnert werden, dass der Ursprung dieses Zentrums auf das 11. Jahrhundert zurückgeht.

Seit dem Mittelalter war Stia für die Herstellung von Wolle und Webwaren bekannt. Die Produktion wurde am Anfang des 19. Jahrhundert mit der Wollweberei von Stia, ein enormer Industriekomplex der hunderte von Arbeitern beschäftigte, industrialisiert. Ab dem Juni 2010 wurde in einem Teil der alten Wollweberei ein großes und eindrucksvolles Wollmuseum eingerichtet. Heute ist die Ortschaft für den Panno Casentino, ein außergewöhnlicher Stoff, bekannt. Vom artistischen und architektonischen Gesichtspunkt aus ist Stia ein Zentrum von beachtlichen Interesse. Hier befindet sich ohne Zweifel der schönste Platz des Casentino, die Piazza Tanucci, mit dem monumentalen Brunnen aus dem 19. Jahrhundert. Auf diesen Platz blickt die romanische Pfarrkirche Santa Maria Assunta die hier eine eigene Seite hat. Eine andere Kirche die man besichtigen sollte ist das Oratorium Madonna del Ponte: in seinem Inneren ist ein zauberhaftes Werk der Della Robbia Schule aufbewahrt. Während des Jahres werden in Stia (besonders auf dem Platz Tanucci) verschiedene folkloristische und kulturelle Veranstaltungen ausgeführt. Erwähnenswert sind die charakteristischen und bekannten Faschingsumzüge und die Ausstellung die dem Schmiedeeisen alle zwei Jahre gewidmet wird. Zwei Plätze in Stia sind einen Spaziergang wert: der erste mit seinem völlig naturalistischen Charakter ist der Park Parco alla Rana, eine frische Grünzone entlang des Arno der hier nicht mehr als ein Bach ist; der zweite sind die Gärten des Palazzo Palagio Fiorentino. Der Spaziergang ist zugleich gesund und kulturell weil man sich hier mit den wohltätigen Wasser seinen Durst stillen kann das von einer Quelle aus Calcedonia (fast auf dem Calla-Pass) kommen und gleichzeitig ist die Burg des Palagio Fiorentino Sitz des Museum für zeitgenössische Kunst. Dieses Gebäude ist ein Wiederaufbau aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts der Burg des 13. Jahrhunderts des Grafen Guidi die nach diversen düsteren Ereignissen im Jahr 1440 von Niccolò Piccinino zerstört wurde.

Ein anderes interessantes Zentrum in der Nähe von Stia das man besuchen sollte ist Papiano. Hier befindet sich die Burg von Urbech. Das Gebiet der Gemeinde von Stia bietet verschiedene naturalistische Aspekte die auf Spaziergänge und Wanderungen einladen. Der sicherlich faszinierendste Ort ist der Berg Falteroma der, abgesehen des naturalistischen Interesse, auch die Möglichkeit bietet zwei Stätten mit besonderen Zauber zu besuchen: die Quelle des Arno die schon Dante nennt und der See Lago degli Idoli, ein heiliger Ort der Etrusker.